Freiburg HM – Das Puzzle wird zusammengesetzt

Ein Bericht von Andrea Odermatt

 

Lange Läufe, Krafttraining, Lauftechnik, Intervalle, Treppenläufe… es gab viele einzelne kleine Puzzleteile, die wir seit Dezember absolviert hatten, jedes einzelne für sich hätte vielleicht keinen Sinn ergeben, aber alle zusammen kombiniert sollten sie am heutigen Freiburg Halbmarathon ein fertiges Bild ergeben. So hatte es Gudrun uns erzählt, und wir alle waren sehr gespannt auf das Ergebnis. Gut vorbereitet waren wir, dies half aber leider nicht gegen die Nervosität, die uns alle fest im Griff hatte. Glücklicherweise mussten wir das nicht alleine durchstehen, es war schön, dass so viele BRC-Mitglieder dabei waren, und allen ging es gleich, egal ob Neuling oder alter Hase, und dies half schon sehr.

Die Stimmung war super als wir uns alle beim Bus von Mona und Marek versammelten, und von ihnen die Startnummern und Startersäckli erhielten. Dies war natürlich ein ausserordentlich genialer Service, es hatte die beiden am Vortag doch einige Zeit in Anspruch genommen alles abzuholen. Als kleiner Input wurde von Marek beiläufig erwähnt, dass es auch die Möglichkeit der Gruppenanmeldung gäbe… 😉

Nach dem Gruppenfoto, das schon wegen leichtem Regen unters Dach der Messe verlegt wurde, gings dann ans Umziehen und das letzte Angstbisi musste auch noch getätigt werden. Während dem Einlaufen wich die Nervosität langsam der Vorfreude und wir konnten alle kaum warten, bis es endlich losging. In die Startblöcke eingereiht tanzten wir uns die letzten Minuten bis zum Startschuss warm, da der Regen doch langsam etwas stärker wurde. Und dann ging es endlich LOS!!!

Die ersten paar Kilometer fühlten sich völlig surreal an, man musste zuerst begreifen, dass dies jetzt wirklich der Lauf war, auf den man solange hingearbeitet hatte. Schon waren 3km rum, die Beine fühlten sich noch gut an, sprechen mochte man auch noch und die Pacemaker mussten eher auf die Bremse treten. Das Wetter war perfekt, kühl und – abgesehen vom Start – trocken. Die wechselnde Umgebung bot viel Ablenkung und so bemerkte man gar nicht, wie sich Kilometer an Kilometer reihten. Langsam machte sich die stetig etwas ansteigende erste Hälfte der Strecke bemerkbar, und man war froh um jeden Meter, den es wieder runter ging. Eindrücklich war der Moment, als uns die Spitzenläufer auf der anderen Strassenseite entgegenliefen, die hatten ja ein Tempo drauf…

Nach der Hälfte der Strecke waren die meisten Anstiege geschafft, es ging tendenziell bergab und man konnte langsam etwas frecher werden mit dem Tempo, man musste ja nun auch nicht mehr so lange rennen… Kurz vor Schluss wurde es dann doch noch ziemlich anstrengend, kleine Anstiege schienen fast unendlich lang und der Vordermann, den man noch einholen sollte, war viel zu weit weg. Glücklicherweise ging es kurz vor der Ziellinie nochmals bergab, diesen Schwung konnte man gut über den blauen Teppich mitnehmen und dann glücklich lachend über die Ziellinie rennen, wo die Euphorie und das Glück dann grenzenlos waren. Die Endzeiten waren sensationell, und wir alle hatten es unverletzt bis ins Ziel geschafft. Das waren Emotionen pur, mit Worten kann man es gar nicht beschreiben, man muss es selbst erlebt haben. Und das Puzzle von Gudrun ging tatsächlich auf, nicht dass wir daran gezweifelt hätten, aber vorstellen konnte man es sich doch nicht so wirklich, dass man diese unglaublichen Paces, die sie uns vorgerechnet hatte, auch wirklich über 21.1km durchhalten konnte…

 

Hier unsere persönlichen Erfolge:

– Alexandra beendete ihren ersten Halbmarathon begleitet von Astrid und Neele mit grossem Abstand zum Besenwagen in 2:22, ursprünglich wollte sie AUF dem Besenwagen ins Ziel reiten, dafür war sie aber heute viel zu schnell unterwegs!

– Adeline mit Anja als Pacemakerin schaffte es souverän und in einer super Zeit von 2:11 ins Ziel, Adeline hatte ihrer hartnäckigen Verletzung den Meister gezeigt und liess sich heute nicht unterkriegen!

– Ulrike kämpfte sich ganz alleine zu einer neuen PB von 1:50 und unterbot ihre erste HM-Zeit sogar um gute 10 Minuten!

– Als weitere Einzelkämpferin schaffte es Ariane in einer tollen Zeit von 2:10 ins Ziel ihres ersten Halbmarathons!

– Martin liess sich von Dominik begleiten und auch die beiden schafften es locker in 1:49 ins Ziel!

– Fabio und unser Präsident bildeten ein weiteres Erfolgsgespann, sie liessen die 2h-Marke noch weiter hinter sich und finishten in 1:46!

– Ich hatte mit Gudrun an meiner Seite natürlich leichtes Spiel und erreichte eine für mich unvorstellbare Zeit von 1:43!

– Cécile hatte sich für den 10km Lauf entschieden und beendete ihren ersten(!) Wettkampf in sensationellen 1:02!

 

Das gemeinsame Essen nach dem Lauf war ein weiteres Highlight an diesem tollen Tag. Empfohlen von Mona und organisiert von Gudrun assen wir – wortwörtlich – im Paradies. Das Essen war himmlisch gut, der Service schnell und freundlich. Dank dem, dass wir schon einige Tage im Voraus unsere Menüs ausgewählt hatten, konnten wir alle in Rekordzeit etwas essen und trinken. Man musste sich nicht einmal merken was man bestellt hatte, Gudrun und Anna-Lena hatten in liebevollster, stundenlanger Kleinarbeit Tischkärtchen für jeden gestaltet.

Das gemütliche Beisammensein war ein krönender Abschluss für diesen wunderschönen Tag, und zwischen Käsespätzle, Gnocchi, Bier und Schorle liess es sich wunderbar über die Eindrücke des Tages diskutieren und sich auf die bevorstehende Regeneration freuen.

 

Ein grosses Dankeschön an alle, die in irgendeiner Form zu diesem schönen Tag beigetragen haben:
– Gudrun für die Gesamtorganisation des Halbmarathons in Freiburg inklusive Training, Anreise, Essen etc.
– Rainer, Monique und alle Gruppenleiter für die tollen und abwechslungsreichen Trainings
– Mona und Marek für das Abholen der Startnummern und die Restauranttipps
– allen Pacemakern für ihre geniale Unterstützung, ihr wart der Hammer!
– Sandra, Monique und allen anderen Zuschauern für die tolle und motivierende Unterstützung am Strassenrand trotz Regen und kühlen Temperaturen