BRC-Trainingslager Mallorca 2018

Die Vorfreude war riesen gross: Mallorca wir kommen. Die Aussicht auf eine Woche Training unter mallorquinischer Sonne und wunderschönen Laufstrecken bei blühenden Mandelbäumen war fantastisch.

Am Samstag ging es dann für 12 BRCler endlich los. Luc und TRainer starteten schon 2 Tage früher, um alles vorzubereiten und neue Strecken zu erkunden. Die Fotos vom blauen Himmel und Sonnenschein, welche die beiden von ihren Touren schickten, sprachen Bände: Einfach perfekt. 🙂

Nach unserer Ankunft im Hotel und einem Teller Pasta stand eine kleine Runde dem Meer entlang und durch den schönen Naturpark Son Real auf dem Programm. Nach dem langen Sitzen im Flugi und Auto war diese eine Wohltat für die Beine. Diese waren nun gelockert und bereit für das anstehende Training der nächsten Tage.

 

Der Sonntag weckte uns mit trüben Wolken und nassen Strassen. Für das Intervalltraining auf einem 2000 m langen Rundkurs im Naturschutzgebiet nicht gerade eine ideale Voraussetzung. Davon liessen wir uns aber nicht beirren und wurden beim Start sogar mit einigen Sonnenstrahlen belohnt. Die 3 x 4000 m waren auf der coupierten und rutschigen Strecke nicht ganz einfach zu bewältigen. Unser Präsi hat in der ersten Kurve präsentiert, dass der Boden wirklich glitschig war. Danke Thomas, das nächste Mal kannst Du es auch einfach sagen, musst es nicht unbedingt vorzeigen! Zum Glück ist nichts passiert, und wir konnten alle unser Training unverletzt beenden.

Der gemütliche Dauerlauf am Nachmittag durch Can Picafort und den Es Comù Park versorgte unsere Muskeln mit Sauerstoff und unterstützte die Regeneration. Der Ort erschien zu dieser Jahreszeit noch völlig unbewohnt und verlassen. So hatten wir die Strandpromenade für uns alleine und auch der schöne Playa de Muro war eine einzige Ruhequelle. Unvorstellbar, wie viele Touristen sich in den Sommermonaten hier um einen Platz im Sand streiten.

 

Der Wetterbericht zwang uns das Programm vom Montag kurzfristig anzupassen. Die neue Strecke von Artà nach Colònia de Sant Pere mit einem steilen Trail in der Mitte der Strecke musste unbedingt bei trockenem (und möglichst sonnigem) Wetter durchgeführt werden. Der steile Trail-Aufstieg zog sich über 2.5 km und zahlreiche Höhenmeter. Zusammen mit ein paar Ziegen gings über Stock und Stein hoch über die Küste auf den Taiala d’Alcudia. Die Aussicht von da oben war gigantisch.

Der Abstieg war nicht mehr ganz so einfach, und erforderte neben viel Trittsicherheit ein wenig Trail-Erfahrung. Gerd sah am Ende aus wie ein Gladiator, das Blut vom aufgeschlagenen Knie hatte er als Kriegsbemalung auch im Gesicht. Gott haben wir uns beim Parkplatz erschrocken, als er so angerannt kam!

Nach diesem schönen Lauf, der die Konzentration und die Beine gleichermassen gefordert hat, konnten wir uns im Spa des Hotels gut erholen. Dieses liess keine Wünsche offen: Sauna, Dampfbad, Unterwasserdüsen, Eisbecken. Was will man mehr?

 

Da eine Lauftechnikeinheit immer im erholten Zustand durchgeführt werden sollte, stand am Dienstag zuerst diese Einheit auf dem Programm. Und es erwartete uns noch ein Überraschungsgast: Die Sonne! Juhu! Die Lauf- und Sprungübungen an der Strandpromenade durchzuführen hat schon etwas. Nichts gegen das Schützenmattstadion, aber dieser Ausblick zwischen den Bounces und dem Anfersen ist schon cool! Rainer schien den halben Koffer voll mit Material gehabt zu haben: Hüetli, Töggeli, Terrabänder. Die 1,5 Stunden gingen wie im Flug vorbei, Spass hats gemacht! Danke TRainer!

Am Nachmittag war es für uns nur schwer vorstellbar, noch einen Tempodauerlauf inkl. 6 x 1000 m zu absolvieren. Die Strecke von Manacor nach San Severa war einigen schon bekannt und weckte Vorfreude. Die alte Eisenbahnlinie ist super zu laufen und die Landschaft ist traumhaft. Los gings mit 9km Marathontempo, danach folgten noch 6 x 1000 m. Das schnelle Training in der Gruppe zu absolvieren motivierte und führte zu sehr sehr schnellen km-Zeiten, obwohl die Strecke nicht ganz flach war.

Am Dienstagabend verstärkten Marta, Serena und Arcadie die BRC Gruppe auf Malle. Nun waren wir komplett 🙂

 

Am Mittwoch war der Treffpunkt im Konferenzraum angesagt. Nein, wir geben noch keine Pressekonferenzen, aber Stabi kann man da auch machen! Wir rannten im Kreis um die Stühle, warfen uns auf den Boden, sprangen in die Luft und machten Wettrennen mit einem Einkaufswägeli. Ein etwas anderes Aufwärmen als üblich. Wir hatten Spass!!

Die Stabi-Übungen wurden dann noch etwas ernster im Kraftraum des Hotels weitergeführt. Gute Inputs zur Durchführung wichtiger Übungen von Rainer und eine lustige Runde mit Sit-Ups und Liegestützen, welche schlussendlich mehr Zeit zum Erklären des Ablaufes, als zur effektiven Durchführung benötigte. An der Kraft lags nicht. Die verzögerte Aufnahmefähigkeit musste also einen anderen Grund gehabt haben!

Am Abend führten uns Rainer und Luc nach Incâ in ein typisches mallorquinisches Restaurant. Eine willkommene Abwechslung zum Hotel-Buffet. Wir belebten den kleinen Keller mit viel Geplauder, lautem Lachen, heiterer Fröhlichkeit und etwas Wein.

Zurück an der Hotelbar genehmigten wir uns noch einen (oder zwei) Drinks. Javi, der Barkeeper, beeindruckte uns mit seiner Kunst, Jägerbomb zuzubereiten. Auch wenn dieser Mix gewöhnungbedürftig ist…

 

Der Donnerstag sollte streckenmässig eines der Highlights werden. Die Strecke vom Port de Pollença zum Cap Formentor führt über zwei Anstiege entlang der Küste bis zum Leuchtturm am Ende der Landzunge. Doch leider schickte uns der Himmel anstatt Sonnenstrahlen nur Regentropfen, und dies nicht zu wenig. Vor Ort angekommen, wurde entschieden, das Training ausfallen zu lassen. Unter diesen miserablen Bedingungen machte es keinen Sinn, die Strecke auch nur teilweise in Angriff zu nehmen. Sehr schade. Das drückte gewaltig auf die Stimmung. Im Bus war es dann entsprechend ruhig und alle holten etwas Schlaf nach! Eine gute Sache hatte das Ganze: Es war jeder gezwungen, 2 Stunden zu regenerieren und mal nichts zu machen, was manchmal gar nicht so einfach ist. Im Auto waren wir gewissermassen dazu gezwungen worden. Und mit dem Ausblick auf den nächsten Tag war es gar sogar okay, denn da stand der Longjog an.

Das Mittagessen liessen wir uns dann doch nicht entgehen, auch wenn wir noch nicht viel geleistet hatten. Am Nachmittag liefen wir eine Runde im Naturpark, zwar auch im Regen, aber das spielte keine Rolle. Das Spa wärmte uns wieder auf und wir waren ready für den nächsten Tag.

 

Freitag war Longjog-Tag! 35 km von Can Picafort nach Muro und wieder zurück. Rainer hatte am Vorabend ganze Arbeit geleistet und die Strecke markiert. Auch Pläne waren vorhanden, womit sich dieses Jahr hoffentlich niemand verlaufen würde. Ausserdem war die Strecke „Hundesicher“, was einigen sehr entgegen kam!

Der bissige Wind beim Start liess bald etwas nach und die Sonne zeigte sich teilweise. Perfektes Wetter für einen langen Lauf, den wir in verschiedenen Gruppen in Angriff nahmen. David durfte nochmals zurück ans Frühstücksbuffet und startete erst eine viertel Stunde später. Er sollte das Feld von hinten aufholen. Dass er als Erster wieder zurück im Ziel war, war sowieso klar. Das nächste Mal verlängern wir seine Wartezeit nochmals um ein paar Minuten. Wahnsinn wie schnell Du rennst, David!

Die Gruppe mit Serena, Maren und Rainer hatte unterwegs noch genug Atem, um die berühmte „Zitronen-Szene“ der vergangenen Laufwoche nachzustellen und auf einem Foto festzuhalten! Was für ein Spass.

Luc begleitete uns den gesamten Weg mit dem BRC-Bus. Er sorgte mit blinkenden Lichtern und lauter Musik für Stimmung, machte Fotos und Videos, baute drei tolle Verpflegungsposten auf und war einfach immer da, wenn man ihn brauchte. Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die super tolle Unterstützung, Luc.

Auf der Zielgerade entlang der Strandpromenade zum Hotel wurden die Beine dann plötzlich nochmals ganz leicht und rannten die letzten Meter praktisch von alleine. Jeder Läufer/jede Läuferin wurde mit Applaus empfangen, abgeklatscht und umarmt. Besonders Astrid galt es zu feiern, da sie ihren ersten Lauf über 35km absolviert hatte. Bravo, das hast Du super gemacht.

Der Nachmittag lag dann ganz im Zeichen der Erholung und Entspannung. Schlafen, lesen, Höhlen besichtigen, Champagner trinken im Whirlpooll (!) oder einfach mal nichts tun. Damit waren die Energiespeicher für den letzten Abend wieder gefüllt. Als der Barkeeper um Mitternacht Feierabend machte, übernahmen wir die Bar. Serena, Maren und Luc hatten es voll im Griff, Hut ab! Rainers Musikbox sorgte für den richtigen Sound und die Stimmung war grossartig. Eine ganz tolle Truppe!

Am nächsten Morgen, nach einer eher etwas kurzen Nacht, stand das letzte Footing entlang der Küste von bis Son Serra de Marina auf dem Plan. Wer feiern kann, kann auch aufstehen und so trafen wir uns um 9:00 und liefen bei prächtigem Sonnenschein dem Meer entlang. Diesen speziellen Moment widmeten wir unserer lieben Freundin Martina, einem Sonnenschein, den wir immer in unseren Herzen tragen.

Die Theorie, dass ein Spiegelei etwa zwei Stunden Schlaf ersetzen würde, wurde beim Frühstück aufgestellt. Interessant wie schnell eine solche Aussage die Runde macht und wie viele Spiegeleier plötzlich auf den Frühstückstellern zu sehen waren! 🙂

Der fehlende Schlaf konnte auf der Heimreise etwas nachgeholt werden. An guter Stimmung fehlte es auch auf dem Flughafen nicht. Der Hulapalu-Song war immer mal wieder zu hören…

 

Danke, lieber TRainer, für die Organisation, deinen Einsatz und deine Passion für den Laufsport und unseren Verein.

Danke, lieber Luc, für die sensationelle Verpflegung (wie viele Kilos Orangen hast Du eigentlich geschält in diesen Tagen?!). Deine Begleitung ist jedes Mal Gold wert.

Danke, liebe BRCler, für diese super tolle und unvergessliche Trainingswoche auf Mallorca. Wir kommen wieder! Hulapalu! 🙂