Beim Brunnenlauf gewannen alle

Barbara Dahlmann kommt eigentlich aus Dortmund und organisiert dort immer am 11. eines jeden Monats einen Brunnenlauf. Die Idee dahinter liegt einer guten Sache zu Grunde: Barbara möchte darauf aufmerksam machen, dass sauberes Trinkwasser eigentlich ein Luxusgut ist und für über 650 Millionen Menschen keine Selbstverständlichkeit.

Wer möchte kann bei ihren Läufen spenden, muss es aber nicht. Das Geld geht direkt von ihr an die Neven Subotic Stiftung, die sich weltweit für sauberes Trinkwasser und Toiletten besonders in Entwicklungsländern einsetzt.

Nun war Barbara aber am 11. Oktober bei ihrer Freundin Tanja in Basel zu Besuch und kam spontan auf die Idee, auch in unserer Stadt einen Brunnenlauf zu organisieren. Und da sie lieber ortskundige Läufer dabei hatte, fragte sie kurzum den BRC-Präsidenten um Hilfe.

Thomas wartete nicht lange und sagte ihr zu und mir oblag die Aufgabe eine Strecke ausfindig zu machen, die an möglichst vielen Brunnen vorbei führt. Geplante Länge: so um die 9 Kilometer.

Zum Glück gibt’s bei der IWB eine Karte, in der alle Brunnen eingezeichnet sind, und so ging es 2 Tage vor dem geplanten Brunnenlauf los. Der erste Streckenentwurf war schon mal nicht schlecht: Ganze 46 Brunnen! Wow, ich hatte ja schon mit einigen Brunnenpassagen gerechnet, aber doch so viele?

Aber 46 ist irgendwie ne komische Zahl, also zog, bog und streckte ich die Strecke bis es 50 Brunnen waren. 9.3 Kilometer – perfekt!

Aber irgendwie nur an den Brunnen vorbeilaufen, das war mir zu wenig, ohne zu wissen, wie sie heissen und welche Geschichte sie haben. Zum Glück fand ich den Brunnenführer von Pascal Hess und Martin Stauffiger im Internet. Das war eine riesige Hilfe, denn hier sind alle Infos über jeden Brunnen in Basel festgehalten.

Jetzt hatte ich noch 1.5 Tage Zeit, alle Brunnen beim Namen zu lernen und zu dem einen oder anderen auch noch dessen Besonderheiten und Geschichten. Mein Anspruch an mich: Ohne Nachzuschauen oder Abzulesen an 8-10 Brunnen etwas zu erzählen.

Und dann war es soweit, der Freitagabend war da. Das Wetter traumhaft und schön warm, später kam sogar der fast volle Mond hinzu, es hätte nicht besser sein können. Auf dem Hinlaufen zum Startpunkt lief ich noch kurz einen Streckenteil und musste feststellen, dass ein Brunnen vor Kurzem entfernt wurde: Der Neptunbrunnen war weg! Die Casino-Baustelle hatte ihn sozusagen verschluckt. Verdammt, 49 Brunnen, das geht nicht. Also änderte ich die Strecke im Kopf noch schnell ab und nahm den Gerberbrunnen inklusive kleiner Schlaufe hinzu.

Kurze Erläuterungen am Pisoni-Brunnen und am Jakobsbrunnen

Der Brunnenlauf startete am Fischmarktbrunnen und verlief dann wie geschmiert und alle lernten unheimlich viel über die Basler Brunnen. Dass ich 2 Tage zuvor noch keinen einzigen mit Namen kannte, nahmen mir die meisten nicht ab. Und so lernten die Läuferinnen und Läufer die Geschichte der Basiliskenbrunnen und dass sogar wegen einem zu grossen Brunnentrog gar die Stadtmauer abgerissen werden musste. Aber noch viele weitere kuriose und interessante Geschichten gab es an diesem spätsommerlichen Abend zu hören. Sogar François konnte noch am Gerberbrunnen eine Geschichte über die Basilisken präsentieren.

Fazit: an diesem Abend gewannen alle! Die Stiftung und die Läuferinnen und Läufer. Und vor allem hatten wir sehr viel Spass an der „Brunnenführung“ durch die Basler Innenstadt. Bei den Spenden kam übrigens ein Betrag von über 150 Franken zusammen. Ein sehr schönes Ende eines ganz besonderen Laufs.

Was bleibt sind die Namen und Geschichten um unsere Brunnen und das Wissen, dass sie nicht selbstverständlich sind und eine tolle Bereicherung unserer Stadt. In einigen darf man sogar baden, die IWB tauscht dort in den Sommermonaten wöchentlich das Wasser.

Beim BRC wird es eine Wiederholung während eines Trainings geben, Ankündigung folgt auf der Homepage.