Panoramatour Sächsische Schweiz 2019…mit Startschwierigkeiten

Ein Bericht von Maren Tritschler

August und schon war es wieder soweit: Die Drei-Tages-Tour durch die sächsische Schweiz stand vor der Tür. Schon letztes Jahr hatte ich das wunderschöne Rennen als Vorbereitung für den München Marathon gemacht und war sofort begeistert. Dieses Jahr begannen Wolle, Ruth und ich gemeinsam die recht lange Reise in den Osten Deutschlands. Später sollten noch Ivo und Miriam als Fans und Helfer hinzukommen.

Zum «Warmwerden» stand am Freitagabend der 7,8 km lange Festungslauf an. Man muss knapp 225 HM bewältigen um auf die Festung zu gelangen. Letztes Jahr habe ich hier den Streckenrekord aufgestellt und entsprechend hoch waren die Erwartungen der Veranstalter. Auf der Homepage wurde ich als klare Favoritin angekündigt. Was sie nicht wussten: Dies war mein erstes Rennen nach einer langen Verletzungspause. Natürlich war ich daher sehr nervös. Klare Instruktion von Wolle: Mach langsam! Ich hielt mich brav daran, aber bald merkte ich, dass der Kreislauf einfach nicht mitmachten wollte. Somit musste ich beim nächsten Streckenposten wie eine Omi auf einen Stein sitzen und den Läufern erst mal zusehen. Auch Wolle, der als neongelber Pfeil wieder mal nicht zu übersehen war, huschte an mir vorbei. Da Aufgeben irgendwie nicht mein Ding ist, hievte ich mich hoch um zu finishen. Eine Qual – noch nie kamen mir zwei Kilometer so unendlich lange vor. Die Enttäuschung stand mir im Ziel ins Gesicht geschrieben, womit ich mich zumindest für Wolle und Ruths Seelsorgeprogramm qualifiziert hatte. Nach ein paar dicken Umarmungen und einem grossen gemeinsamen Abendessen, war der Plan für den nächsten Lauf geschmiedet. Die 28 km durch den Nationalpark wollte ich zusammen mit Wolle laufen…

…Das tat ich auch die ersten 6 (flachen) Kilometer. Dann kommt der erste Berg und ich war in Fahrt. (Wolles Kommentar am später am Abend: So schnell bin ich die ersten Kilometer noch nie gelaufen!). Ich hatte bald schon einigen Vorsprung auf meine Verfolgerinnen rausgeholt und lief zusammen mit meiner Fahrradbegleitung bis ins Ziel vorne Weg. Ein richtiger Genusslauf mit wunderschöner Landschaft. Besonders die weitläufigen Sonnenblumenfelder und ulkigen Felsformationen des Elbsandsteingebirges sind sehr sehenswert.

Im Anschluss des langen Laufs kommt fast der beste Teil des Wochenendes: Geniesser-Nachmittag in der Sauna, um die müden Beine etwas zu entspannen. Ich musste (ernüchternder Weise) feststellen: Die Beine müssen sich nach der Laufpause erst wieder an solche Belastungen gewöhnen. Aber «alkoholfreie» Drinks in der Sauna und Wolles Handstandversuche im Pool helfen da schon: Das eine zur Regeneration, das andere zur Belustigung…

…Glücklicherweise hatte ich mittlerweile 10 Minuten Vorsprung auf meine Tour-Konkurrentinnen. Damit war mein Ziel für den 15km Deutsch-Tschechischen-Grenzlauf einfach den Gesamtsieg nach Hause zu holen. Ich führte gute 10 km und musste dann einer schnelleren Triathletin, die nur den Sonntagslauf mitmachte die Führung abgeben. Die Beine waren etwas zu müde, um ihr noch Paroli zu geben. (Das nächste Mal vielleicht noch mehr Sauna und weniger Handstände?).

Unsere liebe Ruth hatte sogar Wettkampf-Premiere! Sie hatte sich für das 10 km Walking nachgemeldet. Klar war sie nervös vor ihrem ersten «Wettkampf», den sie gemütlich angehen wollte. Das tat sie auch und erreichte somit strahlend das Ziel. (Man sollte erwähnten, dass sie unterwegs gefühlt 10000 Fotos gemacht hat – ich glaube nur sie hat die Panoramatour so richtig verstanden!)

Der neongelbe Pfeil Wolle hat am Wochenende überall den 4. Platz geholt. Drei Rennen waren ihm dann natürlich nicht genug und er hängte noch ein viertes an: Startpunkt die Autovermietung am Flughafen, bei der wir feststellten, dass die Rückgabestelle eine gute halbe Stunde Fahrt entfernt liegt. Blöd nur, dass es dafür keinen Pokal gab…

Trotz Startschwierigkeiten konnte ich je einen ersten und zweiten Gesamtrang erlangen und die gesamte Tour gewinnen. Und obwohl ich wesentlich langsamer war als letztes Jahr, bin ich sehr zufrieden. Denn das wichtigste Ergebnis: Das Knie hat wie geschmiert funktioniert.

Es war ein wunderschönes Wochenende. Lieben Dank an Ruth, Wolle, Ivo und Miriam für die tollen Tage. Es hat sehr viel Spass gemacht!