Pronation, Überpronation, Supination

Pronation – Überpronation – Supination

Wer versteht bei diesen Begriffen nur Bahnhof? Immer wieder wird in der Laufszene davon gesprochen. Doch wer weiss darüber wirklich Bescheid? Wer wurde nicht schon in einem Laufgeschäft gefragt, ob er Normalschuhe oder Pronationsschuhe möchte? Hat der Käufer (und der Verkäufer?) dabei wirklich verstanden, um was es genau geht und welche Schuhe er tatsächlich benötigt? Wurden nicht oft schon ungeeignete Schuhe empfohlen und dadurch kam es dann später vielleicht zu Beschwerden oder gar Verletzungen? Im von mir kürzlich besuchten ESA-Kurs wurde dieses interessante Thema auch kurz gestreift und erklärt.  Hier ein paar Ausführungen und Erklärungen, die hoffentlich zur Klarheit beitragen.

Festzuhalten ist, dass es bei allen Laufstilen (Vorfussaufsatz, Mittelfussaufsatz oder Fersenaufsatz) eine natürliche Pronationsbewegung gibt. Die Pronation des Fusses ist eine natürlicheDämpfungsbewegung, bei welcher sich das mediale Längsgewölbe des Fusses zum Boden absenkt. Also ein völlig natürlicher Vorgang und nichts Krankhaftes. Mit einem vermehrten „Einknicken“, auch als Überpronation bezeichnet, ist die Wahrscheinlichkeit an einer Überbelastung zu erkranken, erhöht. Dabei senkt sich der mediale (innere) Fuss Rand sehr stark nach innen ab und belastet damit vermehrt die Bänder, Sehnen und Gelenke. Eine Überpronation kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel eine Fussfehlstellung (Senk- oder Plattfuss), Übergewicht, zu schwache Fussmuskulatur, unpassendes Schuhwerk usw.

Eine Unterpronation oder auch Supination genannt, tritt seltener auf. Bei der Supination geht die Belastung in die entgegengesetzte Richtung, es wird also mehr die laterale (äussere) Fusskante belastet. Bei Laufschuhen ist dies durch eine höhere Abnützung im lateralen Bereich (Aussenseite) erkennbar. Die Ursachen für eine Fehlbelastung in diese Richtung kann eine Fussfehlstellung, eine Überkorrektur durch medial abgestützte Einlagen, eine varische Beinachse (O-Beine) usw. sein.

Was können dagegen für Massnahmen getroffen werden? Ein Training der Fussmuskulatur ist sehr wichtig und sollte bei regelmässigem Laufen Bestandteil im Training sein. Eine Laufanalyse kann Klarheit über das Ausmass einer Pronationsbewegung bringen, den möglichen Einfluss einer Beinachseninstabilität oder Defizite in der Rumpfmuskulatur darstellen und lässt eine Beurteilung der getragenen Laufschuhe zu. Eine Schuhberatung im Fachgeschäft ist aber für eine individuelle Schuhwahl das allerwichtigste, wie auch die Bilder unten zeigen (zur Verfügung gestellt von der crossklinik). Die crossklinik bietet Lauf-/Ganganalysen an und steht für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

 

                

Beide Bilder, oben sowie auch unten, zeigen jeweils die gleiche Person in zwei verschiedenen Paar Laufschuhen. Das erste Bild zeigt die Stützphase in den Laufschuhen, die zur Laufanalyse mitgebracht wurden. Das zweite Bild wurde nach der Analyse, Beratung aufgenommen, nachdem neue, passende Schuhe im Fachgeschäft gekauft wurden.