Top10 Platzierungen beim Leipzig Marathon

Was für ein aufregendes und erfolgreiches Marathon Weekend in Leipzig. Wow!

Angefangen hatte unsere Marathonreise mit einer rund 7en stündigen Zugfahrt am Freitagabend in Richtung Leipzig. Die „leichten“ Verspätungen der deutschen Bahn konnten unsere Vorfreude nicht trüben. Die Wettervorhersage machte uns da schon deutlich mehr zu schaffen. Ausgerechnet am Sonntag pünktlich zur Startzeit des Marathons sollte es regnerisch und kalt werden…oje…

Zur Lockerung gab es am Samstag Morgen ein leichtes Footing durch die schöne Leipziger Altstatt. Dabei wurden Enten gejagt, Eier gelegt und Lauftechnik geübt.

 

Die Energiespeicher wurden am Abend mit Pizza und Pasta gefüllt und wir waren ready für den nächsten Tag. Langsam wurde die Nervosität der BRCler spürbar.

Mit Regenponchos bekleidet machten wir uns am Sonntag Morgen auf den Weg zur Red Bull Arena, wo der Startschuss des 43. Leipzig Marathon um 10:00 fiel.

 

Rennbericht von Evelyne:

Es war ein tolles Wochenende in Lepzig und für mich ein guter Marathon. Obwohl ich meine Zeit nur um ein paar Sekunden verbessern konnte, bin ich doch zufrieden. Während wir heute bei frostigen 2 Grad und Regen liefen, so litten wir vor einem Jahr in Wien bei ungwohnt heissen Temperaturen. Wien war eine absolute Grenzerfahrung und liess mich an meinen läuferischen Fähigkeiten zweifeln. Auch wenn wir (mein super Pacemaker Luki☺️ und ich) im Nachhinein gesehen alles richtig gemacht haben und die Zeit nur wenig von meiner PB abwich, blieb dieses unsichere Gefühl und die Erinnerung an die Härte des Rennens.

Ich enschied mich also heute für ein eher defensives Rennen, auch weil meine Vorbereitung etwas schmaler ausfiel als im Vorjahr. Ich lief nach Gefühl und mit dem Ziel konstant zu laufen und vorallem den Marathon zu geniessen. Ein positives Erlebnis musste her und dies durfte ich heute erfahren. Die Zeit und Platzierung sind das Zückerchen. Mit diesem wieder gewonnenen Selbstvertrauen gehe ich nun gestärkt in die Vorbereitung für den nächsten Marathon. Ja nach dem Marathon ist vor dem Marathon. Ich bin fasziniert von dieser Distanz und jeder Lauf bringt wieder eine neue Erfahrung mit sich. Die mentale Stärke ist die halbe Miete und für mich genauso wichtig wie das physische Training.

Auch meine Lauffreunde vom BRC haben dazu ihren wertvollen Beitrag geleistet. Sei dies im Training, vor dem Rennen, auf der Strecke oder danach! Mit euch die Emotionen und die Leidenschaft für das Laufen zu teilen ist unbezahlbar. Danke!!!

 

Rennbericht von Anja:

Vor meinem zweiten Marathon war ich mega nervös. Und ich hatte etwas Angst, dass das Rennen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen würde. Der Regenradar versprach nichts Gutes. Ansonsten passte alles: Ich hatte eine gute Vorbereitung mitunter in Mallorca, die langen Läufe liefern alle besser als geplant, das Abschlusstraining in der Marathonpace fiel mir relativ leicht und ich fühlte mich ready, um mich erneut auf die Königsdistanz zu wagen.

Am Raceday setzt man dann alle Puzzleteile zusammen. Auch wenn die einzelnen Trainings noch so gut verliefen, zählen tut nur der Wettkampftag. Ich fühlte mich gleich zu Beginn wohl auf der Strecke, auf der man erstaunlich viel Platz hatte und dennoch nie alleine war. Der leichte Nieselregen störte mich kaum mehr, ich blendete diesen einfach aus und machte das Beste daraus. Zusammen mit meinem Pacemaker Rainer und Thomas als Begleiter lief sich die erste Runde über 21km problemlos. Die leichten Wellen waren zwar spürbar, aber ganz ok. Viel mühsamer war die 3:30er-Gruppe mit dem offiziellen Pacemaker inkl. Fahne, die sich dicht an meine Fersen gehaftet hat und mich wie eine Herde trampelnder Elefanten verfolgte… Die Pace war auf den ersten Kilometern viel schneller als ursprünglich geplant. Hoffentlich bereuen wir das später nicht, denn der Marathon beginnt bekanntlicherweise erst weit nach 30km…

Rainers prognostizierte Zielzeit hielt ich eher für einen Wunschtraum, als für realistisch. Als mir aber nach der Streckenhälfte meine drittschnellste je gelaufene Halbmarathonzeit auf der Uhr entgegen leuchtete, wagte auch ich, von dieser Zeit zu träumen. Eine Zeit unter 3:30 sollte es sein. Ich war bereit alles zu geben!

Angetrieben von Bands am Strassenrand und natürlichen von unseren Begleitern und Fotografen Ruth, David und José schafften wir schon bald die 30er Marke. Und dann erlebte ich etwas, dass ich bisher noch nie machen konnte. Ich sammelte nach und nach Läufer ein, überholte sie und liess sie hinter mir zurück! Verkehrte Welt irgendwie! 😉

Ab km 37 musste ich hart arbeiten. Da war meine mentale Stärke arg gefordert. Rainer trieb mich an, wir setzten uns immer neue Zwischenziele: Ein Kilometer, eine Gruppe Läufer, einen Verpflegungsposten, und nicht zuletzt 3 Frauen, die ich nach und nach einsammeln und überholen konnte.

Auf der letzten Gerade bevor es in Richtung Ziel ging, feuerte uns José nochmals an und ich konnte mir kaum mehr vorstellen, wie ich diese 800m bis ins Ziel noch schaffen sollte. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es noch immer möglich war, meine inzwischen immer ambitionierter gewordene Zielzeit zu erreichen. Unter 3:25 sollte es klappen, sofern ich die Pace halten konnte.

Der Zielbogen schien endlos weit weg zu sein und die Sekunden verstrichen nun doppelt so schnell. Ich habe alles gegeben, schneller ging nicht mehr. Der Speaker reif meinen Namen und ich stoppte meine Uhr nach 42,195km und exakten 3:25.00. Was für ein Hammer! Ich habs geschafft und war froh, dass mich Rainer im Zeil festgehalten hat und Ruth mir gleich eine warme Jacke um die Schulten gelegt hat. Ich habe mich so gefreut, dass Evelyne extra im Ziel auf mich gewartet hat und mich umarmte. Als auch Thomas ins Ziel kam, und wir alle unsere Finishermedaillen um den Hals trugen, hätte ich glücklicher nicht sein können.

Das Tüpfelchen auf dem i erfuhr ich dann erst später im Hotel: Die Platzierung als 3. in der Alterskategorie W30 und 8. overall. Ich bin geflasht.

Danke für dieses grossartige Marathonerlebnis in Leipzig.

 

Auch unsere drei Halbmarathon-Finisher zeigten eine super Leistung in Leipzig. Maren, die sich nach einer Knieverletzung erst im Aufbau befindet und sich am Wettkampftag mit ärgerlichen Magenbeschwerden rumschlagen musste, legte eine sensationelle Zeit von 1:26:34 hin und verpasste das Siegertreppchen nur knapp. Sie wurde 4. overall!

Colin bewies, dass er nicht nur auf kurzen Strecken schnell ist, sondern auch über die 21km richtig Gas geben kann. Sandra liess alle ihre Mitläuferinnen aus der Kategorie W55 stehen und gewann diese mit rund 11 Minuten Vorsprung und einer tollen Zeit von 1:42:44.

 

Herzlichen Dank für den Support, das Anfeuern und die tollen Fotos an die extra mitgereisten Begleiter Ruth, José und David. 🙂

 

Resultate Halbmarathon

Maren Tritschler 01:26:34 / 2. AK Frauen 20 / 4. overall

Sandra Jacob 01:42:44 / 1. AK Frauen 55

Colin Braginsky 01:26:08 / 7. AK Männer 40

 

Resultate Marathon

Evelyne Müller 03:13:38 / 2. AK Frauen 30 / 5. overall

Anja Schöpfer 03:25:14 / 3. AK Frauen 30 / 8. overall

Thomas Gerber 03:31:31 / 18. AK Männer M50 / Unverletzt gefinisht

Wolfgang Hauch 03:34:33 / 19. AK Männer M50 / Total 50km als Trainingslauf

Rainer Hauch 03:25:00 / 12. AK Männer M50 / Pacemaker Anja / 53. Marathon!