Ein super Tag zwischen Bern und Thun

Wer quer durch die Bundeshauptstadt laufen möchte, der erledigt das am Besten am frühen Sonntag Morgen. Wenn das Aufstehen zu solchen Zeiten auch etwas schwer fällt, es lohnt sich! Für 7 BRCler war der Kampf mit dem Bett kein grösseres Problem und sie starteten vom Bahnhof aus mitten durch Bern. Eine tolle Stimmung am frühen Morgen, kaum jemand war in den Strassen unterwegs, selbst die Bären am Bärengraben schliefen noch.

Beim Start zu den 34km nach Thun ist es in Bern noch ruhig

Das Ziel des Tages: Thun, immerhin über 30 Kilometer entfernt. Luki hatte diesen Lauf organisiert und die Strecke verlief wunderschön an der Aare entlang, bis Münsingen. Hier hiess es ab in die Sonne und weg von der Aare, denn auf ca. 5km verläuft die Autobahn neben dem Aareweg, das ist nicht so dolle. Aber bald war auch dieser Teil erledigt und es folgten wunderschöne schattige Pfade. Die schnelle Truppe nahm sogar rasch ein Aarebad, und weiter ging es bis nach Thun hinein.

Dort warteten die Freunde und vor allem Liz mit dem Gepäck, welches sie in Bern am Bahnhof entgegen genommen hatte. Sie waren aber nicht die Einzigen, Hunderte warteten auf das Gleiche, was uns nun bevorstand: Mit dem Gummiboot zurück nach Bern. Das Zurück galt wohl nur so richtig für uns, denn von den anderen Hunderten sahen wir auf der Laufstrecke nach Thun niemanden.

Was dort alles angeschleppt wird ist mehr als erstaunlich, ganze aufblasbare Inseln mit Dach, Einhörner, Flamingos und der eine oder andere aufgeblasene Berner wurden zu Wasser gelassen. Wir dann irgendwann auch, voll gespannt, was uns noch so erwarten wird.

Treiben am Start: Instruktion und Inseltransport

Herrlich wars, das kühle Nass direkt daneben schipperten wir gemütlich in Richtung Hauptstadt. Kraft war nicht gross von Nöten, die Aare machte das, lediglich die Richtung halten, und ansonsten geniessen.

Das mit der Richtung war gar nicht mal so schwer, die Aare ist nämlich zwischen Thun und Bern nach Berner Genauigkeit auf den Zentimeter begradigt, keine Chance für eine natürliche Kurve. Das ermöglicht natürlich das unbeschwerte Bööteln mit den Gummitieren, aber natürlich ist der Fluss bis auf das Wasser wirklich nicht.

Und ansonsten: Party rechts, links, hinter und vor uns! Alles war am feiern, trinken, lachen! Musik ertönte immer wieder, die Menschen waren super entspannt, es erinnerte mich ein wenig an eine Streetparade auf der Aare, einfach toll! Was da an Getränken die Aare runterschwomm war schon erstaunlich! Und die Menge an Booten, Lufttieren, Reifen, Matten, Pools, alles was man irgendwie aufblasen konnte wurde in die Aare geworfen und ab gings.

Unsere Boote waren geliehen und recht professionell, da mussten wir keine Angst haben, dass irgendein Stöpsel auf Rundflug ging. Bei dem ganzen Gummigetier war ich mir da nicht so sicher. Die Namen für unsere Boote waren schnell gefunden:

Boot 1: Das Partyschiff – weil auf dem Blasteil immer gegessen, getrunken und angestossen wurde. Grausam, wenn man auf einem anderen Boot sitzt.
Boot 2: Die Präsidentenschaukel, unser Präsi an seinem Geburtstag und wohl deshalb ausschliesslich mit Mädels an Board! Das nenn ich stilvoll feiern.
Boot 3: Das war unser Schiff, weil mit Salva und Jorge drinn blieb nur ein Name: Die spanische Galeere! Gerudert wurde dort aber eher wenig, die beiden Herren aus Valencia zogen es eher vor, die Siesta einzuläuten.

Und dann gab es noch die Stromschnelle von Uttingen, der Bootsverleiher hatte vor ihr gewarnt! Bloss nich in der Mitte fahren, da hats einen grossen Felsen. Zu dem Zeitpunkt war ich von Luki bereits bestens informiert, er hatte mir die Feinheiten bei unserem Lauf erklärt. Partyschiff war zuerst dran, die behielten sogar ihre Weingläser in der Hand! Präsidentenschaukel schaukelte, kenterte aber nicht. Und die spanische Galeere hatte schliesslich 2 ehemalige Einwohner der Seefahrerstadt Valencia auf dem Gummi – perfekte Navigation – perfekte Linie gewählt. Die Siesta konnte weitergehen.

Überall am Aareufer wurde grilliert, gesonnt, gefeiert und gelacht. Eine grosse Flussparty, so etwas hab ich wirklich noch nicht gesehen, einfach super!

Nachdem auf der Galeere das Benzin ausging, gab es einen kurzen Zwischenstopp am Badi Münsingen. Auftanken und weiter ging es. Dem Partyschiff konnte das nicht passieren, die hatten genug Treibstoff an Board.

Kapitän Luki hatte die spanische Galeere noch gerade so im Griff

Herrlich war es, und so verflogen die doch fast 4 Stunden auf dem Gummiboot wie im Flug und wir erreichten die Bundeshauptstadt, das Bundeshaus war bereits zu sehen. Kurz nach dem Badi Marzili ist dann Schluss, hier müssen alle Gummiteile aus dem Wasser, Weiterfahren nicht gestattet. Uns reichte es denn auch, gut 4 Stunden ohne Schatten waren nicht ohne, obwohl man immer wieder in der Aare schwimmen konnte.

Für Einige ging die Party weiter, für uns war hier Schluss, schliesslich mussten wir ja noch zum Bahnhof und dann nach Basel. Ein fantastischer Tag, den man nicht so schnell vergessen wird, ging zu Ende. Dickes DANKE an Luki für die Organisation, Liz für den Transport der trockenen Sachen und allen die dabei waren (und dem Partyboot für das Bier bei Fluss-km 18!).

Aus dunklen Kreisen hört man Gerüchte, dass es nächstes Jahr eine Wiederholung geben wird, weia!

Hier gibt es noch mehr Fotos vom Aarelauf und der Bootsfahrt: