Ein Legionärs-Kampf gegen die Sturmböen

Ein Bericht von Anouk Helfenstein

Am Sonntag, dem 12. November 2017, fand bereits zum 58. Mal der Augusta-Raurica-Lauf in Augst statt, welcher zu den Klassikern unter den regionalen Laufsportveranstaltungen zählt. Trotz des schlechten Wetters wagten sich rund 600 Läuferinnen und Läufer auf die verschiedenlangen Strecken, darunter auch drei BRCler.

Obwohl mir nach dem morgendlichen Blick nach draussen nicht nur einmal der Gedanken kam, bei diesem Regenwetter lieber einen Trainerhosentag auf dem Sofa zu verbringen, entschied ich mich schlussendlich dazu an den Lauf zu gehen. Auch Luana hatte anfangs noch Bedenken weshalb sie sich dazu entschied keine neue Bestzeit anzustreben und stattdessen mich zu motivieren. Wir stellten uns also auf einen gemeinsamen “just for fun”-Lauf ein.

In der Umkleidekabine angekommen stellte sich dann die schwierige Frage, was man bei diesem Wetter wohl am besten anziehen sollte. Die meisten Läuferinnen und Läufer entschieden sich für lange Hosen und Langarmshirts oder Jacken, nur einige wenige (inklusive mir 😉) wagten sich in kurzen Hosen und Shirts nach draussen in den Sturm. Als wir nach dem Warmlaufen zum Start bei der Ruine in Augusta-Raurica gingen, wurde bereits aufgrund des starken Windes der Startbogen abgebaut. Nur wenige Minuten vor dem Start trafen wir auf Frans, der bereits über 10 Kilometer zum Start gerannt war und auch geplant hatte, nach dem Lauf wieder nach Hause zu laufen. (Hut ab vor deiner Motivation, Frans!!) Die wenigen Minuten vor dem Start waren alles andere als angenehm, da es wieder anfing zu regnen und der Wind stärker wurde. Nach dem Massenstart, welcher musikalisch durch einen hornblasenden römischen Legionär untermalt wurde, ging es los auf die 12 kilometerlange Strecke und schon bald verloren wir Frans aus den Augen. Die ersten 6 Kilometer waren sehr leicht zu laufen, da die Strecke nach Füllinsdorf und anschliessend der Ergolz entlang mehrheitlich flach war. In Liestal angekommen, überquerten wir die Ergolz und ab da ging es gut 3.5 Kilometer bergauf Richtung Füllinsdorf. Zwar gab es immer wieder kurze Strecken die flach oder sogar leicht sinkend waren, allerdings hatte ich bereits nach dem zweiten Anstieg sehr zu kämpfen. Leider konnte mich auch Luana, die mich unglaublich toll zu motivieren versuchte, nicht davon abhalten, dass ich zweimal in steilen Passagen einige Schritte gehen musste. Nach Kilometer 9.5 erreichten wir den höchsten Punkt der Strecke und obwohl es von da an nur noch steil bergab ging, mussten wir gut aufpassen, da die Waldwege durch den starken Regen teilweise sehr rutschig waren. Diese Bodenbedingungen führten auch zum ein oder anderen, meist weniger elegant aussehenden, Ausrutscher, aber zum Glück stürzten wir nie. Auf dem letzten, relativ flachen Kilometer, der uns zurück nach Augst führte, überholten wir schlussendlich Frans, der leider nicht mehr ganz so fit aussah. Ganz nach dem Motto “Egal wie langsam du auch läuft – du schlägst alle, die zuhause bleiben!” meisterten wir drei die 12 Kilometer lange Strecke mit den rund 150 Höhenmetern (inkl. der Umleitung) und kamen nach etwas über 1:10.0 ins Ziel.

  • Frans Van Huizen – 1:11.17 (20. Rang M60)
  • Luana Bürr – 1:10.37 (9. Rang F20)
  • Ich – 1:10.36 (8. Rang F20)

Nur wenige Minuten nachdem wir das Ziel passierten und uns in die Garderoben verzogen, fing es sehr stark an zu Regnen und es begann auch zu donnern und blitzen. Da Luana und ich leider Frans in der Menschenmenge aus den Augen verloren, konnten wir uns nicht mehr mit ihm unterhalten. Ob er sich wohl noch weitere 10 Kilometer durch die Böen nach Hause kämpfe? Nach einem feinen Stück Kuchen machten wir uns schlussendlich auf den Nachhauseweg, wo bereits ein warmes Bad auf uns wartete.

Alles in allem war es ein sehr gelungener und gutorganisierter Lauf und obwohl die Wetterbedingungen alles andere als optimal waren, gab es doch einige Zuschauer auf der Strecke verteilt, die dem Sturmwetter trotzten und die Läuferinnen und Läufer anfeuerten. Luana und ich werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder an den Start gehen und dann hoffentlich mit mehr Höhenmetertraining (hauptsächlich natürlich auf mich bezogen 😉) unsere diesjährigen Zeiten unterbieten können.



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