Aufholjagd beim Duo-Marathon in Luzern

Ein Bericht von Christian Kuhn und Nuno Valente

Am Sonntag dem 30.10.2017, während Serena, Mark, Mario, Matthias und Rainer am Frankfurt-Marathon waren, befanden sich einige andere BRC-ler am Laufanlass in Luzern.

Mit dabei war auch James, welcher als Pacemaker für die Marathonläufer eine perfekte 3h Zeit lief (02:59:02). Ihn konnte ich eigentlich zwei Mal sehen. Er war gut gelaunt, schnellen Schrittes und immer mit einem Lachen unterwegs.

Christian:
Aufgrund der Verletzung von Daniela und ihrem Laufpartner, entschlossen sich Nuno und ich kurzerhand den Duo-Marathon zu laufen. Ich erhoffte mir dabei ehrlich gesagt eine neue Bestzeit. Jedoch warnte mich mein Bauchgefühl schon am Samstag, dass es schwierig wird. Ich fühlte mich nicht 100%. So lief ich, um 09:02 Uhr, hochmotiviert hinter dem Pacemaker 01:35 Uhr los. Dieser jedoch ging ab wie eine Rakete und lief die ersten 2km mit knapp 04:05/km. Dabei sagte er mir noch vor dem Lauf er rennt von Anfang bis Ende eine 04:29/km. Er war wohl auch sehr motiviert. So liess ich diese Gruppe nach 2km ziehen und versuchte “mein Ding” selber zu reissen. Ich drosselte das Tempo etwas. Ich kannte die Strecke überhaupt nicht und ich ahnte aufgrund des Profils auch nicht, was noch auf mich zukommen sollte. Den ersten, relativ kleinen Hügel nahm ich noch recht locker mit. Als ich dann zum zweiten, etwas längeren Aufstieg kam, merkte ich schon, wie meine Beine schwerer wurden. Runter ging es wieder etwas lockerer und ich konnte noch einigermassen mein Tempo gehen. Doch auf den zweiten, relativ langen Anstieg war ich überhaupt nicht vorbereitet. Dieser zog sich so lange und wurde aus meiner Sicht immer steiler. Die Beine wurden immer schwerer und ich immer langsamer. Als ich endlich oben angekommen bin, merkte ich eigentlich schon, dass ich heute mein Ziel nicht erreichen werde. Diese Erkenntnis traf mich nach 7km. Für mich ging es jetzt nur noch darum, dass “Ding” (den Zeitnehmer) zu Nuno zu Laufen. Als ich nach 10km eine Blase an meinem rechten Fuss bemerkte, kumulierten sich die “schlechten” Omen zu einem Höhepunkt. Dies habe ich so noch nie erlebt.

Danach versuchte ich den Fuss so gut es ging zu ignorieren und ich lief die Strecke etwas langsamer runter. Dabei achtete ich etwas auf die Umgebung und ich stellte fest, dass die Organisatoren einige Mühe gemacht haben. So durchliefen wir alle das Stadion des FC Luzern, in welchem sich einige Kinder befanden welche grossen Lärm veranstalteten. Das gleiche dann beim Durchqueren des KKL. Der Lärm war unvorstellbar und motivierend. Danach drehten wir eine Runde durch das Seebecken, vorbei an der Kappelbrücke und durch die Luzerner Altstadt. Grundsätzlich eine schöne Sache! Als ich dann aus der Stadt wieder in Richtung Verkehrshaus lief, rannte ich an der Wechselzone vorbei zum Wendepunkt. Als ich zurück war, übergab ich den Timer an Nuno, welcher mich sehnsüchtig erwartete. Ich gab ihm noch mit auf den Weg, dass es zwischen Kilometer 4-8 ziemlich hügelig werden wird und er rannte los wie von der Tarantel gestochen. Jetzt begann das lange (oder eben nicht so lange) Warten für mich.

Nach gut einer Stunde und 05 Minuten, man weiss ja nie, wartete ich vor dem IMAX-Kino des Verkehrshauses. Gemeinsam mit anderen Duo-Marathon-Läufern zählten wir die Positionen durch. Etwa eine Stunde und 16 Minuten nachdem ich den “Stab” an Nuno übergeben hatte kam er angerannt. Ich lief auf die Strecke und bewältigte die letzten 200m durch das Verkehrshaus gemeinsam mit ihm. Dankbarerweise bremste er etwas ab, es war nämlich nicht mehr ganz einfach zu rennen, mit der Blase und dem rumstehen in der Kälte. Trotz der persönlichen Enttäuschung entwickelte sich ein kleines Gefühl des Stolzes als wir doch in den Top Ten der Duo-Marathon-Läufer einliefen. Nuno katapultierte uns mit seiner Hammerzeit auf den 9. Rang von insgesamt 105 Teams mit einer Zeit von 3:01.30.

Nuno:
After my third try at the marathon, on 2nd April, my body was showing me the bill of the hardest training cycle I had been through: I did the last weeks of the preparation with a limiting pain in the right side of the hip, and when I was almost recovered from it something else appeared in the left knee. After some weeks off and going through several physiotherapy sessions I resumed training. At first, I could only run of a few kilometers, then, up to 10 km without any issue. “Okay, this phase is over I can finally start doing some quality trainings”, I thought. But the road proved to be more like a roller-coaster, where I would feel super energized in some days, or have some pain in the knee in others, or simply feel inefficient in trainings.

Once October arrived, I had done a lot of hiking and some swimming to complement the reduced running mileage. I felt that the knee issues despite not totally overcome were a minor thing and under control, and it was the moment to set a long-term goal: a marathon! A conversation with David Keller at the viewing of the amazing Jose’s video about IWB Basel Marathon and BRC performance gave a push: Zurich Marathon could be the next one. Therefore, I decided to try a few runs of about 20 km to test my body before setting this goal as the next big thing. Meanwhile Daniela Abberger wrote on the WhatsApp group that she and her partner could not go to the Duo-Marathon in Lucerne and asked if someone wanted to take their place. I did not hesitate, as it seemed a good opportunity, and Christian Kuhn neither. He was then my partner, running the first half. My goal would be a fast long-run rather than an all-out race, and a time under 1h20 seemed reasonable.

On the race-day, the alarm rang early (thankfully it was from the Summer- to Winter-time change and, therefore, the night was one hour longer :D) and I headed to Basel SBB, to meet Christian and take the train to Lucerne, leaving at 6h17. At 9h02 Christian was on the way to pursue a new PB, and I was expecting receive the timer from him at about 10h37. As soon as he started I decided to wander through the sponsors booths, waiting for my turn. Before 10 o’clock I was ready for the warm-up, but as I was feeling it was still early I sat in the exchange-room and read a couple of pages of a book I have been reading over the last weeks. At 10h10, it was the moment, I switched the race mode on. With cold and/or rainy weather I start the warm-up with a T-shirt and a wind-jacket or a jumper, which I remove once I get warm. Something I never do with such weather conditions is warm up with the race singlet, to avoid getting it wet before the race and consequently feeling cold during the wait at the start. At 10h26, for my despair, I realized I had been careless and was about one kilometer away from the exchange room, where I had my race singlet, and still had to run to the start line, another km apart. It was time to sprint. (It was funny though see the faces of some athletes, who most likely had just finished the half-marathon race, looking at me a bit puzzled, as I was the only one running in that direction). The approach to the start/timer handover area was a stressful moment as the time of arrival of Christian was getting too close or “what if he was faster than planned? Will he want to kill me? Will he just abandon the run once he doesn’t see me there?”. At 10h35-36 I was at the site. Christian appeared a few more minutes after. I thanked the Gods for these minutes, since it allowed me to recover my breath. During the timer-handover Christian warned me for the hills, located in the first kilometers, which I should handle with care, to not run out of energy before reaching halfway. Then, it was time to enjoy.

I set my pace, and my kilometers counter was working faster than expected. Simultaneously I was overtaking other runners, most of them participating in the marathon, but a few competitors at the Duo-Marathon. Many times, I took the opportunity to look around and see many people applauding, eating, drinking, playing music. At some point, I saw a few hands waving, it was Gudrun and Anouk. Soon after I was passing through the Luzern stadium, then KKL and Luzern Altstadt. Wow, the race was now close to the end. “Ah, another athlete with a yellow number!”: which meant another Duo-Marathon competitor. I maintained the pace and left him, and a couple of minutes later I saw Christian and we went together to the finish line. I had done my part and was happy with the time (<1h19) and the way my body reacted. Last but not least: I have done most of my races individually, but these relays (at IWB Basel Marathon and in Lucerne) have something special, it is another excitement, a team-thing. I surely am interested in participating in more, should someone hear about other relay races and be interested as well.

Christian:
Ich konnte am Lauf zwei weitere Läufer vom Basel Running Club ausmachen. Doch leider kenne ich noch nicht alle Mitglieder beim Namen. Zudem habe ich erfahren, dass Anouk ebenfalls vor Ort war, gemeinsam mit Gudrun als Pacemakerin. Anouk erlief sich dabei eine neue Bestzeit in einer Zeit von 53 Minuten und 26 Sekunden, was eine Verbesserung von Satten vier Minuten darstellt. Hut ab dafür und Gratulation an Anouk und ihre Pacemakerin Gudrun, welche Sie sicherlich gut gepusht hat!

Nach etwa suchen in der Rangliste habe ich gesehen, dass es sich bei einem der Läufer den ich gesehen hatte um Frans van Huizen und beim anderen Läufer um Ullrich Urs handelte. Beide liefen einen Halbmarathon und Frans erzielte dabei mit 1:41.29 den 19. Rang in seiner Kategorie. Urs erlief sich mit starken 1:31.45 den 60. Rang seiner Kategorie. Hut ab.

Für den Fall das ich jemanden Vergessen habe, so möchte ich mich entschuldigen!
Der Luzern Marathon ist grundsätzlich ein guter Anlass mit schöner aber für mich einer eher langsameren Strecke. Hoffentlich melden sich im nächsten Jahr einige Personen mehr an, so dass wir etwas grösser vertreten sind. Falls es sich bei mir terminlich einrichten lässt, bin ich wieder dabei. Ich habe mit der Strecke noch eine Rechnung offen.



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