Silberner Oktober in Muttenz

Muttenzer Herbstlauf, das hört sich erst einmal gar nicht so spannend an. Man denkt dabei an einen gemütlichen kleinen Lauf im Grünen, wenige Läufer, im kleinen Rahmen organisiert und mehr improvisiert als geplant veranstaltet. Gleich vorneweg: Dem ist überhaupt nicht so. Der Lauf ist sehr professionell auf die Beine gestellt und alles andere als improvisiert! Ob der Name zu diesen Gedanken verleitet? Das kann gut sein.

Die Strecke des 10km langen Hauptlaufes ist anspruchsvoll, klar, keine Bestzeitenstrecke, aber muss es das immer sein? Ist es nicht mal schön, nicht auf diese allgegenwärtige Laufuhr zu schauen, und einfach mal nach Gefühl zu laufen? Ich persönlich finde das toll, wir laufen schon viel zu viel unter dem Diktat des Zeiteisens, Laufen nach dem Gefühl kennen die Wenigsten noch. Und genau das gefällt mir an dieser Strecke, spätestens ab km 3 kann man die Uhr wieder einpacken, es geht happig bergauf! Wer nicht auf seinen Körper hören kann, ist hier schnell aufgeschmissen.

Gleich bei der Startnummernausgabe wird mir klar, der Muttenzer Herbstlauf ist kein lokaler Plauschevent. Alles professionell, da können sich ganz andere Laufveranstaltungen, die sich als gross bezeichnen, ne gehörige Scheibe abschneiden! Sogar der Vorname steht auf der Startnummer. Engpass auf dem WC? Fehlanzeige, perfekte Bedingungen! Nein, einfach toll, von Beginn an.

Ich hatte mich heute dazu entschieden, Sandra als Loki zu begleiten, falls sie das wünschte, sie freute sich über das Angebot, also los!

Erstaunlich, dass gerade mal 5 BRCler am Start waren, trotz der räumlichen Nähe, und Dank Ivo, ich muss es zugeben, wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen. Er hatte als Organisator des Muttenz Marathons Freistarts bekommen, ich nutzte diese Kennenlernmöglichkeit.

Der Start im Stadion verlief problemlos, alle waren diszipliniert, es gab kein unruhiges Gezappel, Sandra konnte sich nach 1km als dritte Frau einreihen, allerdings nicht lange. Sie bekam sehr schnell Gesellschaft und nun waren es 5 Mädels, die an der Spitze präsent waren, allen voraus, mit einem kleinen Sicherheitsabstand, Debora Büttel.

Es war total spannend, das Geschehnis “als Frau” live mitzuerleben. Nach der Passage der Muttenzer Kirche ging es in Richtung Rebberge zum ersten Mal ein wenig bergauf. Sandra konnte den Konkurrentinnen gleich einige Meter gut machen und lag plötzlich auf dem zweiten Gesamtrang! Ich spürte sofort, dass sie am Berg Vorteile gegenüber den anderen Mädels hatte und liess es sie als Motivation gleich wissen, denn der schwerste Anstieg stand kurz bevor.

Sandra nutze den Vorteil, den sie am Berg hatte, perfekt und holte einen guten Vorsprung von 150 Metern heraus. 4km waren erst gelaufen, das war noch keine sichere Bank. Danach ging es flach und dann bergab. Beine lang machen und Bremse raus, und genau das machte Sandra perfekt, so gut, dass ich richtig draufhauen musste, um dranzubleiben, wow!

Dann der zweite Anstieg und an dessen Ende war klar, sie wird Zweite im Gesamtklassement werden! Und nach Vorne? Da war auch noch nicht das letzte Wort gesprochen, denn Debora Büttel war in Sichtweite und Sandra hatte bereits aufgeholt.

Auf dem Plateau überhalb von Muttenz ging es dann über den Vitaparcours, mit dem Laub, das Steine und Wurzeln verdeckte, eine nicht ganz einfache Angelegenheit. Herbstlauf halt, das passte! Bei Kilometer 8 dann noch eine enge Spitzkehre, mit Vollgas wurde sie wirklich eng, Selina vom LSVB hatte vor ihr gewarnt, sie hatte Recht. Nun musste Sandra nur noch fertig laufen, zur Spitze war es zwar nicht so weit, aber zu weit um aufzuholen. Hinter ihr kam niemand. Selbst die Jungs, die sie ab km 4 einkassiert hatte, kamen nicht mehr hinterher. Sie lief ein perfektes Rennen!

Im Stadion war dann alles geklärt, Debora war zu weit weg, Sandra schaffte einen hervorragenden zweiten Gesamtrang, mit deutlichem Vorsprung auf die Verfolgerinnen, die auch nicht gerade langsam waren, eine tolle Leistung!

Die Strecke des Herbstlaufes in Muttenz ist sicher nicht als ganz einfach einzuschätzen, aber ich fand sie toll, sie bietet alles, was ein guter Läufer beherrschen muss. Mein Tipp: Lasst die Laufuhr zu Hause und rennt mal nach Körpergefühl, dass ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Und Herbstlauf passt, wenn der Name auch vielleicht etwas zu harmlos ist. Die Strecke ist es nicht.

Vom BRC waren Dominik Streicher-Gruber, Reto Studer und Brian Lang am Start. Brian machte es Sandra gleich und holte sich den zweiten Gesamtrang bei den Männern! Congraz Brian, great job! Dominik kennt den Muttenzer Herbstlauf aus dem FF und lief auf den 33. Gesamtrang von 160 Klassifierzierten! Gratulation! Reto Studer blieb ebenfalls noch mit 49:53 unter der 50 Minuten-Grenze.

Ein dickes Danke an Ivo für den Impuls und die Möglichkeit, den Muttenzer Herbstlauf kennenzulernen! Und natürlich auch für seinen Support vor und während des Rennens!

Fazit: Der Muttenzer Herbstlauf war eine sehr positive Überraschung, tolle Organisation, tolle Strecke, ich kann ihn sehr empfehlen!


10km · Frauen

NameZeitPlatz GesamtPlatz KategorieBemerkungen
Sandra Beck42:002.1. F40

10km · Männer

NameZeitPlatz GesamtPlatz KategorieBemerkungen
Brian Lang36:412.1. M20
Rainer Hauch42:0121.4. M50Loki für Sandra
Dominik Streicher-Gruber44:2733.13. M40
Reto Studer49:5388.30. M40



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