Der richtige Fussaufsatz ist extrem wichtig

Oft kann man auf Laufforen lesen, wie über den Fussaufsatz diskutiert wird und auch in bekannten Laufmagazinen ist oft die Rede davon. Für Langstreckler gibt es eigentlich überhaupt nichts zu diskutieren, denn es gibt nur einen Fussaufsatz, der für uns der Richtige ist: Der Mittelfussaufsatz.

Vor einigen Jahren noch hat man den Asphalt oder falsche Laufschuhe für die meisten Knieprobleme verantwortlich gemacht. Dahinter steckt aber meist ein ganz anderer Grund: Der falsche Fussaufsatz!

Fersenaufsatz

Den Fersenaufsatz sieht man besonders bei Ultraläufern, leider aber auch sehr oft bei den Langstreckenläufern, am meisten im Park bei Joggern und Fitnessläufern. Er kostet weniger Kraft und ist daher sehr beliebt. Das war es aber auch schon mit den Vorteilen.

Die Nachteile überwiegen entscheidend. Das grösste Problem beim Fersenaufsatz ist der Schlag, der beim Bodenkontakt entsteht. Dies kann man ganz einfach ausprobieren: Barfuss mit Fersenaufsatz laufen. Bei den Meisten macht es schon aua, wenn man nur daran denkt. Und genau so ist es auch mit dem Laufschuh, zumindest was den Schlag betrifft. Die Schuhe dämpfen diesen zwar, aber er ist immer noch vorhanden. Da das Knie beim Fersenaufsatz gestreckt ist, wird dieser Schlag ungebremst ans Knie weitergegeben und durch die gesamte Beinstreckung auch bis zur Hüfte und zur Wirbelsäule, zigtausend mal. Eine Verletzung des Knies wird irgendwann der Fall sein und man darf gar nicht an den Verbrauch denken. Das Knie ist zum grössten Teil nicht mehr zu regenerieren, wenn Abnutzungserscheinungen vorhanden sind.

Leider sugeriert die Laufschuhindustrie mit ihren Dämpfungssystemen, dass man problemlos auf der Ferse laufen kann.

Hinzu kommt, dass der Fussaufsatz jedes Mal eine Bremsung darstellt. Man hört das gut wenn man mal bei einem Fersenläufer hinhört. Ein weiterer Nachteil ist die dadurch entstehende Auf- und Abwärtsbewegung der Hüfte. Zudem wird ein richtiger Kniehub so gut wie unmöglich. Alleine schon das Verletzungsrisiko verbietet uns Langstrecklern eigentlich diesen Fussaufsatz.

Vorfussaufsatz

Der Vorfussaufsatz wird vor allem bei Sprintern und Mittelstreckenläufern eingesetzt. Er ist sehr dynamisch, die Laufbewegung inklusive kurzer Bodenkontaktzeit lassen sich perfekt umsetzen. Auch der Schlag beim Bodenkontakt ist nur sehr gering. Eigentlich perfekt, wäre da nicht der grosse Kraftaufwand und dann die sehr hohe Belastung für die Wadenmuskulatur und die Achillessehne. Auch bei diesem Fussaufsatz ist die Verletzungsgefahr für Langstreckenläufer viel zu hoch.

Mittelfussaufsatz

Dies ist der Fussaufsatz für Langstreckenläufer. Der Kraftaufwand ist zwar höher als beim Fersenaufsatz, aber ansonsten hat er nur Vorteile. Vor allem ist er am wenigsten verletzungsanfällig und man kann die Laufbewegung optimal umsetzen. Man übt ihn am besten durch Barfusslaufen, denn dann macht man den Fussaufsatz automatisch richtig. Es gibt einige Übungen, um den Mittelfussaufsatz zu trainieren, beim BRC werden wir in den einzelnen Trainings immer wieder solche Übungen durchführen.

Das Wichtigste beim Mittelfussaufsatz: Die nicht zu vermeidenden Aufsatzschläge beim Kontakt mit dem Boden sind deutlich geringer, als beim Fersenaufsatz und werden nicht primär ins Knie weitergeleitet, sondern von der Muskulatur abgefangen. Das Knie funktioniert vereinfacht ausgedrückt mehr wie ein Schanier und nicht als Stossdämpfer. Muskulatur kann man in der Regel gut regenerieren und auch schlimmere Verletzungen sind in der Regel vollständig heilbar.

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Danke, guter Überblick. Das Wesentliche gut zusammengefasst!



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