Hallenmarathon Pfohren, 12. Februar 2017

Ein Bericht von Dani Schwitter

Der Monat Januar 2017 war bekanntlich sehr kalt. Da kam der Wunsch auf, wieder einmal eine längere Trainingseinheit in der Wärme zurückzulegen. Google…google…und gefunden: Hallenmarathon Pfohren, die Temperatur in der Halle beträgt 15 Grad; hiess es auf der Webseite des Veranstalters. Die Zeitlimite von 4:30 Stunden erachtete ich ebenfalls als machbar. Cool dachte ich, da muss ich hin. Meine Daten wurden sofort online erfasst und der Absende-Button mit voller Euphorie gedrückt.

Erst danach las ich das Kleingedruckte: “Gelaufen wird auf einer 200 Meter langen Rundbahn mit überhöhten Kurven”. Ich rechnete 42‘195 Meter dividiert durch 200 Meter und kam auf aufgerundet 211 Runden. 211 Runden??? Ok, da läufst du nicht nur mit den Beinen, sondern auch oder vor allem mit dem Kopf. Also passt es. “Normal” wäre doch einfach und langweilig, bildete ich mir ein.

Pünktlich um 8:45 Uhr ertönte der Startschuss. 50 Läufer/-innen nahmen die Herausforderung an und starteten ins Marathonabenteuer.

Meine Taktik sah so aus. Da ich von Montag bis Samstag schon über 100 Laufkilometer in den Beinen hatte, wollte ich zuerst einmal langsam starten und wenn möglich, gegen Ende des Rennens noch ein wenig zulegen. Es sollte ja “nur” ein Trainingslauf werden, weil mein Fokus im Frühjahr auf den 24-Stundenlauf in Basel gerichtet ist. Mit einer Zeit zwischen 3:10 und 3:15 wäre ich zum heutigen Zeitpunkt sehr zufrieden gewesen.

Aber es kam alles anders. Achtung, fertig, los und ich war voll im Wettkampf. Bremsen war keine Option. Rennen bis der Hammermann kommt und es mich aus der Bahn haut, dachte ich. Ich zählte keine einzige Runde, sondern lief und lief und lief. Mental war ich immer sehr präsent. Die zahlreichen Überholmanöver erforderten grosse Konzentration und es gab pro Runde immer ein paar Extrameter als Belohnung dazu.

Ich stellte mir vor, auf einem Laufband zu rennen. Da zählen sich über die Stunden auch ein paar Kilometer zusammen und man kommt nicht vom Fleck. Es lenkte ab und hielt den Motor weiter am Laufen.

Langeweile kam nie auf. Im Innenbereich der Bahn spielte ein DJ guten Sound und sorgte für tolle Stimmung. Als er die Ärzte auflegte und “Tage wie diese” aus den Lautsprechern dröhnte, brodelte die Halle. Auch wenn es nicht so war, gedanklich stellte ich mir es so vor. Stand ich vielleicht kurz vor einem “Runnershigh”?

Nach gut zwei Stunden hatte mein Bewegungsapparat die Betriebstemperatur erreicht und ich schaltete einen Gang hoch. Es lief immer noch wie geschmiert; sozusagen war ich jetzt voll im Wettkampfmodus und ich hatte meinen Spass.

Nach 3:05:50 Stunden war dann der Auftrag erfüllt. 42‘195 Meter gehörten mir. Dies reichte in der Altersklasse zum dritten Platz und Overall zum siebten. Nach dem Muskelfaserriss, den ich mir beim Frauenfelder Militärmarathon im November 2016 zugezogen hatte, bin ich mit meiner Leistung mehr als zufrieden. Das Comeback ist super geglückt.

Nun war aber noch Auslaufen angesagt. 211 Runden in die andere Richtung, um die Balance wieder auszugleichen. Kleiner Scherz; keine Sekunde hatte ich einen solchen Gedanken und stellte das Gleichgewicht mit einem Hopfen- und Malzgetränk wieder her.

Hier geht es zur Webseite des Veranstalters 



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